In den 1980er- und 90er-Jahren stellte sich der Druckbetrieb von analoger auf digitale Technik um. Die bis dahin auf der Druckplatte und Walze befestigten Blei-, Gummi- und Kunststoffelemente werden von der Belichtung durch eine Datei abgelöst. Grundlage für ein fehlerfreies Übertragen der Daten ist ein stabiles, unveränderbares und vollständiges Datenpaket. Es muss alle Informationen enthalten, die beim Druckvorgang für die Reproduktion benötigt werden. 1993 bringt das Softwareunternehmen sein Portable Document Format (PDF) auf den Markt. Es setzt sich zunehmend gegen Mitbewerber sowohl als Betrachtungs- als auch Druckvorlagenformat durch. Ein druckreifes PDF bildet heute den Standard, den Druckereien als Druckvorlage nutzen.

 

Weiterverarbeitung der Druckvorlage

Genau genommen handelt es sich bei PDF um ein Datenpaket aus mehreren Dateien und Verknüpfungen. Beim Druckvorgang ruft der Herstellungsvorgang viele Detail- und Einzelinformationen ab, die ein druckreifes PDF bereitstellen muss. Da Drucken das Aufbringen von Bildpunkten auf eine Unterlage darstellt, ist die Anzahl und Dichte der Punkte von herausragender Bedeutung. Daraus ergibt sich der Wert der Auflösung. Er wird durch ein druckreifes PDF in voreingestellter Form geliefert. Weitere unverzichtbare Parameter für die Übertragung digital erzeugter Daten auf analoge Druckbildträger wie Papier sind Kontrast, Position und Lage der Motive, Sättigung und Schriftarten. Das PDF enthält intern sogenannte Pfade, die bei Abruf zu den enthaltenen Informationen führen.

 

Auflösung von Bildern, Grafiken, Illustrationen und Schriften

Kaum jemand hat noch kein sogenanntes „verpixeltes“ Druckbild gesehen. Dieser Effekt entsteht, wenn zu wenig Bildpunkte das Motiv zusammensetzen. Gemessen wird diese Auflösung in der international gängigen Maßeinheit „dot per inch (dpi)“. Ein druckreifes PDF muss den Auflösungswert, die Anzahl der Punkte auf der Fläche des angelsächsischen Flächenmaßes Inch, enthalten. Als Mindest- und Richtwert für den Papierdruck liefert ein druckreifes PDF 300 dpi. Je höher der Wert gewählt wird, desto präziser und „gefüllter“ wird das Druckbild. Gleichzeitig wachsen die Dateigröße und der Druckfarbverbrauch, ohne in den meisten Fällen sichtbare Ergebnisveränderungen zu bewirken. Je feiner zu druckende Motivelemente sind, desto höhere Auflösung muss gewählt werden. Technische Zeichnungen, Wimmelbilder und sehr kleinteilige Bilder brauchen bis zu 1200 dpi. Originale müssen ausreichende Auflösungen mitbringen.

 

Farben und Kontraste

Farbdarstellungen unterscheiden sich durch ihr Darstellungsmedium. Auf Bildschirmen wie Fernsehern und Monitoren setzen sich die sichtbaren Farben und Mischungen aus Rot, Grün und Blau (RGB) zusammen. Beim Drucken von farbigen Vorlagen werden vier Druckplatten aus den Farben Cyan, Magenta, Yellow und Black (CMYK) erstellt. Ein druckreifes PDF muss die Farbinformationen für diese Aufteilungsart enthalten. Es reduziert die Menge der Farbtönungen im sogenannten Farbraum. Enthält ein druckreifes PDF RGB-Farben, entstehen Verschiebungen und Verfälschungen auf dem Druckbild. Außer Bildmotiven müssen auch als Bilder dargestellte grafische Motive wie große Schriften und QR-Codes in CMYK angelegt werden. Im Prinzip handelt es sich bei schwarzer Schrift im Bildmodus aus einem mit schwarz gesättigtem Farbraum.

 

Abstände und Beschnittzugaben

Ein druckreifes PDF hat neben der Aufgabe, das Druckbild fehlerfrei zu transportieren auch die Aufgabe, die Lage und Position der späteren Abbildung zu sichern. Wenn auf Papier gedruckt wird, werden große Bögen mit nebeneinanderliegenden Seiten bedruckt. Das spätere Schneiden macht aus den Bögen einzelne Seiten. Der mechanische Vorgang des Schneidens enthält immer nicht zu verhindernde Abweichungen. Das auf dem PDF abgebildete Motiv ist davon „bedroht“, nicht genau dort auf dem Papier zu landen, wo es liegen soll. An den Seitenrändern zeigen sich Abweichungen offensichtlich. Um vor der Seitenrand endende Bildränder zu vermeiden und keinen Verlust von Motiven wie Schrift an den Rändern zu erleiden, legt ein druckreifes PDF Abstände und Beschnittzugaben fest. Der Abstand zu Schnittkanten sollte fünf Millimeter nicht unterschreiten. Die Beschnittzugabe kann als Überlappen des Motivs über den Schnittrand hinaus verstanden werden. Druckereien arbeiten mit drei Millimetern als gängigem Wert.

 

Einbettung aller Elemente

Wer ein druckreifes PDF auf seinem Computer erstellt, führt mehrere Dateien in eine kompakte Druckdatei zusammen. Dabei werden alle Einzelelemente aufgerufen und vom erzeugenden PDF-Programm eingepackt beziehungsweise eingebettet. Voraussetzung ist das Auffinden und Vorhandensein der verwendeten Elemente. Bilder und Schriftarten bestehen aus eigenen Dateien. Wenn ein druckreifes PDF erstellt wird, greift die Software auf die Dateiordner zu und „zieht“ die benötigten Informationen in seinen Datensatz. Wenn ein Bild oder eine Schrift gelöscht werden würde, würde das PDF diese nicht laden können. Nicht alle Programme, die ein PDF erstellen, melden diesen Mangel. Einige Produkte ersetzen „ungefragt“ beispielsweise eine fehlende Schrift, die dann beim späteren Druck zu Fehlern führt.

 

Praktische Tipps

Eine Druckerei gibt immer die wichtigen Parameter vor, die sie braucht, um ein druckreifes PDF verlässlich verarbeiten zu können. Mindestlinienstärken gehören zu den wichtigen zu beachtenden Angaben. Als Layoutstandardprogramm hat sich InDesign durchgesetzt, zur Bildbearbeitung (RGB zu CMYK) Photoshop. Einfachere und teilweise kostenfreie PDF-Erstellungs- und Bildbearbeitungsprogramme können ausreichen, müssen es aber nicht. Ein druckreifes PDF sollte immer von der Druckerei geprüft werden, bevor es eingesetzt wird. Die Darstellung eines PDFs am Monitor im RGB-Farbraum entspricht nur in etwa dem späteren Druckergebnis. Um ein druckreifes PDF im CMYK-Farbraum realistisch abzubilden, nutzen Profis kalibrierte Grafikmonitore.